Grünkohl Bremer Art, wie ihn Mutter kochte

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Zutaten für 8 Personen:

2.400 g TK-Grünkohl, grob geschnitten
(2 Packungen von bofrost oder vergleichbare Qualität)
4 Zwiebeln
50 g Gänseschmalz
1 l doppelt konzentrierte Fleischbrühe
(Brühwürfel für 2,5 l Wasser in 1 l auflösen)
2 EL mittelscharfer Senf
10 – 12 Pinkelwürste *
8 Kohlwürste (geräucherte Mettenden)
ca. 300 g geräucherter Bauchspeck
evtl. Kasseler Koteletts, wer mag
Haferflocken
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Gänseschmalz in einem großen Topf erhitzen und die fein gewürfelten Zwiebeln darin anschwitzen. Gefrorenen Kohl dazugeben und ¾ Liter heiße Brühe angießen. Topf schließen und den Kohl bei geringer Hitze in ca. ½ Stunde auftauen.

Von 2-3 Pinkel die Pelle abziehen, Würste klein schneiden und in den Kohl einrühren. Speck und 2-3 angepiekste Mettenden mit hineingeben. Topf verschließen und weiter bei geringer Hitze 2 Stunden nur ganz leicht kochen. Kohl hin und wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Kasseler Koteletts nicht mit zum Kohl geben, sie werden bei dem langen Garungsprozess trocken und hart.

Nach 2 Stunden den Speck und die Mettwürste aus dem Kohl fischen und beiseite stellen. Jetzt beginnt eine der schönsten Arbeiten beim Kochen, das Abschmecken! Salzen, pfeffern, den Senf und evtl. noch einen zerbröselten Brühwürfel in den Kohl rühren. Noch etwas Brühe nachgießen? Genascht werden kann jetzt, aber gegessen wird erst morgen. Deshalb wird der Topf mit nicht ganz geschlossenem Deckel zum Erkalten an einen kühlen Ort gestellt.

Am anderen Tag den Kohl wieder erhitzen, dabei das gelegentliche Umrühren nicht vergessen. Wahrscheinlich wird die Konsistenz des Kohls etwas zu dünnflüssig sein, deshalb werden jetzt die Haferflocken eingerührt und kurz mitgekocht. Hätte ich das gestern schon gemacht, müsste ich den Kohl ständig rühren, damit er nicht anbrennt. Wie viel, ob 2, 3 oder 5 Esslöffel muss man dabei selbst beurteilen. Wenn der Kohl fertig ist, soll er eine zwar sämige, aber keine dünnflüssige Konsistenz haben.

Fleisch und Würste in einen Topf geben und mit Brühe auffüllen, bis alles bedeckt ist. Erhitzen und ziehen, aber nicht kochen lassen, da sonst die Pinkelwürste platzen  würden. Anpieksen kann man die Würste, um überschüssiges Fett auslaufen zu lassen. Auch die Kasseler Koteletts so erhitzen.

Pro Person rechne ich mindestens 1 Pinkel, ½ Mettwurst und 1 Stück Speck oder Kassler.

Beilagen: Salzkartoffeln und/oder Bratkartoffeln aus Pellkartoffeln vom Vortag.
Getränk: Bier passt hier am besten (Gabiko wer mag, hinterher ab 18 J.)

* Bei der Pinkel gibt es auch eine geräucherte Variante, die mancher bevorzugt.
Beim Mitkochen im Kohl ist sie etwas geschmacksintensiver.

Angaben zu Kalorien kann ich nicht machen, da allein die Würste und das Fleisch unterschiedliche Brennwerte haben. Diätkost ist dieses Gericht ganz sicher nicht!

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Grünkohl Bremer Art, wie ihn Mutter kochte, 7.7 out of 10 based on 6 ratings

5 Kommentare

  1. Sylvia Düringer /

    20 Jahre mußte mein Mann sich seinen geliebten Grünkohl irgendwo außerhalb einverleiben!!!

    Ich konnte das Zeug absolut nicht essen: Ein paar mal probiert, einmal aus Anstand bei einer Einladung ine Mini-Portion runtergedrückt und von da an: Absolut nichts für mich!!!

    Jetzt ist ein Wunder geschehen: Ich wollte meinem Mann etwas Gutes tun und ihm sein Lieblingsessen kredenzen(für mich frischen Fisch mit Gemüse) und kaufte gefrorenen Grünkohl und zwei Mettwürstchen (lt. Metgerei eine gute Einlage dazu – wir wohnen in der Wetterau und da gibt es nunmal keine Pinkel!).

    Zu Hause ganz heimlich bei Chefkoch nach einem Rezept gesucht, fündig geworden und (fast) nach Rezept alles zubereitet.

    Heute abend dann die Premiere: Mein Mann war fassungslos, daß ich das tatsächlich selbst gekocht habe und es schmeckte ihm so toll, daß er ganze 3x zulangte!!!

    Ich habe vor dem auf den Tisch stellen auch einmal ganz kurz probiert, dann noch einmal und war total verunsichert: Solch einen Geschmack hatte ich in Verbindung mit Grünkohl bis dato nicht gekannt!!!

    Nach dem Essen (selbstverständlich ist für Sonntag noch eine Portion für meinen Mann übrig geblieben!!!) habe ich dann in der Küche noch ein paar mal probiertund ich kann es immer noch nicht fassen: Es sieht so aus, als wenn ich zum Grünkohl-Fan werde!!!

    Danke für das tolle Rezept von einer aus McPom stammenden in Hessen aufgewachsenen ehemaligen Grünkohlhasserin für dieses tolle Rezept – wird es so in drei, vier Wochen wieder geben!!!

    Und selbstverständlich volle Punktzahl !!!

    P.S. Ich habe die Haferflocken weg gelassen und den Grünkohl nicht gar so lange gekocht – wir mögen das bei Gemüse nicht so sehr – das war das Einzige, was ich geändert habe.

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  2. Schrat
    Schrat /

    Liebe Sylvia,

    vielen Dank für deinen Kommentar auch auf meiner Seite. Es freut mich, dass es dir geschmeckt hat.

    Ich weiß zwar nicht wie alt du bist, aber ich habe festgestellt, dass sich mit zunehmendem Alter der Geschmack verändert. ;-))

    Heute mag ich auch Gerichte gern, die ich in früheren Jahren abgelehnt habe.

    Haferflocken müssen bei dem Kohl nicht unbedingt sein, wenn er auch so eine sämige Konsistenz hat.

    Viele Grüße
    Schrat

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  3. Jorg.T /

    Hallo Schrat,ja ich lebe in Frankreich und nun war ich dran mit Essen kochen und da ich aus der Nähe von Bremen bin,habe ich gedacht jetzt mache ich mal einen Pott voll Grünkohl mit Zubehör das Fleisch und die Wurst habe ich selbstverständlich aus der Heimat mitgebracht.Gekocht wurde für 16 Personen ich muss dazu sagen das man Grünkohl hier nicht kennt.Also gut als es an’s Essen ging nach einem anständigen Apperativ war ich sehr gespannt auf das Ergebnis ich hörte nur noch Olala und Super um den letzten Rest hat es fast noch Tumulte am Tisch gegeben,selbst der Dorfmetzger der alte Sack wollte das Rezept haben.Nun für mich war es ein gelungener Tag.Allerdings habe ich auch noch eine Hand voll Perlgraupen mitreingemacht zum Ende hin.Danke für das gute Rezept.Jörg

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  4. Schrat
    Schrat /

    Hallo Jörg,
    danke für deinen Kommentar. Ich finde es toll, dass du den Franzosen auch mal ein Gericht vorführst, was sie nicht kennen. Es ist um so schöner, dass ihnen dieses winterliche, deftige norddeutsche Essen auch geschmeckt hat.
    Viele Grüße
    Schrat

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  5. Alti /

    Hallo Schrat,
    bin ein Kind aus Ostwestfalen, wo Mutter und Großmutter hervorragend Grünkohl zubereiten konnten.
    Dann hat es mich vor vielen, vielen Jahren ins Schwabenland gezogen.
    Viele Jahre mußte ich auf Grünkohl verzichten, weil es ihn nicht gab und man ihn nicht kannte.( Weder Konserve noch TK)
    In den letzten Jahren gibt es ihn zu seiner Zeit immer öfter auf dem Wochenmarkt zu kaufen.
    Nur…..mir hat noch ein gutes Rezept gefehlt.Jetzt habe eins gefunden. Danke.
    Viele Grüße
    Alti

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